BLG im schwierigen wirtschaftlichen Umfeld behauptet

Auf der Bilanzpressekonferenz am 7. Mai in Bremen berichtete der BLG-Vorstand über die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2013. BLG-Chef Frank Dreeke: „Für 2013 wurde prognostiziert, dass sich die Konjunktur abschwächen werde. Das ist auch so eingetreten. Weltweit war es ein schwieriges Jahr mit besonderen Ausprägungen für einzelne Branchen und in einzelnen Regionen der Erde.“

07.05.2014

Der Absatz der Automobilindustrie in Europa war insgesamt rückläufig. Die Schwergutnachfrage ging sogar weltweit zurück. Das spürte die BLG beim High & Heavy-Volumen in Bremerhaven und beim Umschlag im Neustädter Hafen. Die langfristigen Ziele für den Ausbau der Offshore-Windenergie sind in Deutschland halbiert worden. Das trifft Bremerhaven, den stärksten Standort der Branche und das wirkt sich auch auf die Logistikdienstleistungen der BLG aus. Der fehlende Aufschwung im Welthandel führte dazu, dass der Umschlag am Containerterminal Wilhelmshaven deutlich und in Bremerhaven leicht unter den Erwartungen blieb. Für Wilhelmshaven zeichnet sich aber eine Stärkung ab, denn die neue Containerreeder-Allianz P3 will den JadeWeserPort mit zwei Diensten anlaufen.

Dreeke: „Trotz der insgesamt nicht zufriedenstellenden gesamtwirtschaftlichen Entwicklung haben wir beim Umsatz einen Zuwachs erreichen können. Für 2013 weisen wir knapp 1,2 Milliarden Euro aus. Das entspricht einer Steigerung von 3,1 Prozent.“ Zu verdanken sei dies dem Wachstum der Bestandskunden und Neugeschäften, insbesondere im Geschäftsbereich Kontraktlogistik. Die schwierige Konjunkturlage habe jedoch zu verschärftem Wettbewerb und erheblichem Preisdruck geführt. Dies zusammen mit der rückläufigen Entwicklung in der Bereichen High & Heavy und Offshore-Logistik bewirkte den Rückgang des operativen Ergebnisses auf 37 Millionen Euro (Vorjahr 48,6). Das Ergebnis wird durch die Entkonsolidierung des Engagements in der Ukraine geschmälert. Die BLG musste ihre Erwartungen aufgrund der Krise und der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zurückschrauben. Die Entkonsolidierung bedeutet für die BLG eine Wertberichtigung von 16,6 Millionen Euro und verringert das Vorsteuerergebnis auf 20,2 Millionen Euro. Dennoch soll der Hauptversammlung am 30. Mai vorgeschlagen werden, wiederum eine Dividende von 40 Cent pro Stückaktie auszuschütten.

2013 wurden im Geschäftsbereich Automobillogistik insgesamt 7,5 Millionen Fahrzeuge umgeschlagen, transportiert oder technisch bearbeitet. Das waren etwa 100.000 Fahrzeuge mehr als im Vorjahr. Damit bestätigte die BLG ihre Position als Marktführer in der europäischen Automobillogistik. Der größte Standort ist Bremerhaven mit 2,18 Millionen Fahrzeugen im vergangenen Jahr. Dort wuchs der Umschlag gegenüber 2012 noch einmal um 30.000 Fahrzeuge. Die Zahlen werden hauptsächlich vom Export nach Asien und in die USA getragen, der bei einem Anteil von etwa 80 Prozent liegt. Die Importe haben sich im Laufe der letzten Jahre auf nur noch 20 Prozent reduziert. Asiatische Hersteller haben in Osteuropa neue Werke aufgebaut, aus denen auch die westeuropäischen Märkte bedient werden. Davon profitieren zwar die Autotransporte und der Autoterminal Kelheim, aber die Fahrzeuge kommen nicht mehr über Bremerhaven.

Im Geschäftsbereich Kontraktlogistik entwickelt die BLG für ihre Kunden individuell maßgeschneiderte Logistiklösungen. Die Schwerpunkte liegen in Autoteilelogistik, Handels- und Distributionslogistik, Industrie- und Produktionslogistik sowie in der Seehafenlogistik. In fast allen Geschäftsfeldern verzeichnete die Kontraktlogistik Mengenwachstum. Zu den Neugeschäften gehören die Distributionslogistik für Bosch Thermotechnik am Standort Butzbach bei Frankfurt, die Autoteilelogistik in Brotterode, Wackersdorf und Tuscaloosa sowie die Online-Logistik für Tchibo in Bremen. Dafür wurden über 50 Millionen Euro in den Ausbau des Hochregallagers am Neustädter Hafen investiert. Das Auftragsvolumen für Tchibo hat sich mit dem Online-Geschäft etwa verdoppelt und bei der BLG konnten über 200 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Auf der ABC-Halbinsel des Autoterminals Bremerhaven und mit Transporten von Windenergieanlagenkomponenten per Spezial-Ponton ist die BLG in der Offshore-Logistik aktiv. Zudem werden in Wilhelmshaven Rotorsterne für den Windpark Global Tech I montiert.    

Der Geschäftsbereich Container wird durch das Joint Venture EUROGATE entwickelt. Auf den 11 Terminals wurden 2013 insgesamt 14,2 Millionen Standardcontainer umgeschlagen. Das waren 7,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die deutschen Terminals lagen mit 1,2 Prozent leicht unter den Vorjahresmengen. Kritisch entwickelt sich die Infrastruktursituation in Hamburg wegen der ausstehenden Fahrwasseranpassung der Elbe und den Baumaßnahmen am Straßennetz. Hinsichtlich des Fahrwassers gilt das auch für Bremerhaven, jedoch in geringerem Ausmaß. 

Die Gesamtzahl der Mitarbeiter im BLG-Konzern hat sich 2013 mit den wachsenden Geschäftsvolumina auf 7.786 erhöht. Einschließlich ihrer Töchter und Beteiligten bietet die BLG weltweit an über 100 Standorten über 16.000 Arbeitsplätze. Um den Herausforderungen der Globalisierung und des demografischen Wandels zu begegnen wurden  Anreiz-Systeme entwickelt. Stichwörter sind Gesundheitsvorsorge, Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote, eigene Führungsnachwuchsprogramme, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder ein soziales Zukunftsprogramm zur betrieblichen Altersvorsorge. 

„Die Konjunkturaussichten für 2014 lassen ein weiteres schwieriges Geschäftsjahr erwarten“, so Frank Dreeke. Die wirtschaftliche Erholung in Europa werde nur langsam vorangehen. Politische Krisen könnten Einfluss auf den weltweiten Handel haben. Dreeke: „Wir setzen alles daran, unsere Geschäfte profitabel zu gestalten und die eingeleiteten Effizienzsteigerungs- und Restrukturierungsprogramme konsequent umzusetzen.“ Insgesamt erwartet die BLG in diesem Jahr einen leichten Anstieg des Umsatzes und ein operatives Ergebnis etwa auf dem Niveau von 2013.“

Diese Meldung weiterempfehlen.

Über die folgenden sozialen Netzwerke können Sie die ausgewählte Mitteilung teilen: