BLG entwickelt smarte Behälter für die Automobilindustrie

Mit einem digitalen Leuchtturmprojekt für die Automobilindustrie hat sich BLG LOGISTICS gemeinsam mit Bosch, dem Bremer Institut für Produktion und Logistik (BIBA), GS1 Germany und queo in einem Technologiewettbewerb des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie durchgesetzt: Das Projekt „SaSCh“ – ein Akronym für „Digitale Services zur Gestaltung agiler Supply Chains“ – ist seit dem 11. Oktober Teil des Förderprogramms „PAICE“, das wichtige Impulse für die Digitalisierung der Wirtschaft setzen soll. Im Mittelpunkt des Projektvorhabens steht die Entwicklung eines cyber-physischen Systems, das die Qualitätsdaten von Autoteilen in der Supply Chain digital erfasst. Im November fiel der offizielle Startschuss für das Projekt.

Ein Auto besteht im Durchschnitt aus etwa 10.000 Einzelteilen. Ein hoher Prozentsatz dieser Bauteile wird extern beschafft. Die Produktion eines Fahrzeugs basiert also auf einer komplexen Supply Chain, an der eine Vielzahl von Lieferanten und Logistikdienstleistern beteiligt sind. „Diese hohe Komplexität stellt enorme Anforderungen an das Qualitätsmanagement“, erklärt Jakub Piotrowski, Director Business Development CONTRACT bei der BLG LOGISTICS GROUP AG & Co. KG. Das Unternehmen hat langjährige Erfahrungen in der Autoteilelogistik und bietet seinen Kunden aus der Automobilbranche individuelle Lösungen: von der Beschaffung von Packmitteln über die sequenzgenaue Produktionsversorgung bis zur Übernahme der Werkslogistik inklusive Modulmontagen. 

Jakub Piotrowski betont: „Eine hohe Produktqualität ist nicht von einem Unternehmen allein, sondern von einem gelungenen Zusammenspiel aller Partner entlang der Supply Chain abhängig.“ Grundlage dafür sei zum einen ein unternehmensübergreifender Informationsaustausch. Zum anderen müssen die erhobenen Daten für die Nutzer verständlich aufbereitet werden. An diesen beiden Punkten setzt das Forschungsprojekt SaSCh an: Durch den konsequenten Einsatz von Sensoren sollen Qualität und Zustand der in der Supply Chain bewegten Bauteile besser abgesichert werden. Stationäre und mobile Sensorlösungen sollen dabei helfen, die qualitätsrelevanten Daten zu erfassen. „Ganz im Sinne des Internets der Dinge entwickeln wir smarte Behälter, die den Transport von Waren noch transparenter gestalten“, so Jakub Piotrowski. Ziel ist es, für die Automobilindustrie eine schlanke und robuste Supply Chain ohne Sondertransporte, Nacharbeiten, Produktionsstillstände oder Rückrufaktionen zu schaffen. 

Von den Ergebnissen des Projektvorhabens können jedoch auch andere Industrien profitieren. Jakub Piotrowski: „In ihrer Gesamtheit führen unsere geplanten Maßnahmen dazu, dass qualitativ hochwertige Produkte termintreu, vollständig und wirtschaftlich am Verbrauchsort bereitgestellt werden können.“

Anwendungsfall für die Automobilindustrie

Es ist das erste Mal, dass ein Projektvorhaben die technischen und methodischen Voraussetzungen für einen unternehmensübergreifenden Austausch von Sensor- und Qualitätsdaten schafft und validiert sowie diese Daten in digitalen Services in Kombination mit den bestehenden Möglichkeiten zum Austausch von Tracking- und Tracing-Daten nutzt. SaSCh, das auf einen Zeitraum von 36 Monaten ausgelegt ist, umfasst zunächst fünf Teilprojekte, in denen sich auch die jeweiligen Kompetenzen der Partner im Projektkonsortium widerspiegeln. BLG LOGISTICS betrachtet und bearbeitet schwerpunktmäßig logistische Fragestellungen: Wie müssen digitale Services und Geschäftsmodelle aussehen, damit innerhalb der Logistik eine end-to-end-Überwachung von Quantitäten und Qualitäten möglich ist? Gemeinsam mit Bosch wird das Geschäftsfeld BLG Industrielogistik den Lösungsansatz auch im Rahmen eines vereinfachten Anwendungsfalls aus der Automobilindustrie testen. GS1 Germany sichert die Standardisierung der Prozesse. Das BIBA übernimmt die wissenschaftliche Verwertung und unterstützt mit seinen Innovationen zur 3D-Zustandserfassung und zur autonomen Planung und Steuerung. Um die digitalen Services einfach und intuitiv für den Menschen nutzbar zu machen, bringt queo seine Erfahrungen zur Gestaltung intuitiver Benutzerschnittstellen ein. Vor allem in komplexen Situationen sollen unterschiedliche Endgeräte eine einfache Entscheidungsfindung visuell unterstützen. Bereits während der Laufzeit des Vorhabens bindet Bosch auch seine kleinen und mittelständischen Zulieferer ein.

Forschungsprojekt mit Leuchtturmcharakter

Nicht zuletzt durch den Anwendungsfall aus der Automobilindustrie und durch die beteiligten renommierten Unternehmen hat das Projekt Leuchtturmcharakter. Die Partner im Konsortium haben nicht nur zentrale Kompetenzen und Marktanteile in den Bereichen Produktion, Logistik und IT, sondern verfügen auch über starke Kooperationsnetzwerke und haben bereits in anderen Projekten erfolgreich zusammengearbeitet. 

Frank Dreeke, Vorstandsvorsitzender der BLG LOGISTICS GROUP AG & Co. KG freut sich, dass SaSCh als eines von 13 Forschungsvorhaben den Zuschlag vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie erhalten hat: „Dieses Projekt passt hervorragend in unsere Digitalisierungsstrategie. Die Themen Digitalisierung und Industrie 4.0 werden bei uns seit geraumer Zeit auf höchster Ebene verfolgt. Denn die Digitalisierung ist schneller als alles, was wir bisher erlebt haben und sie verändert logistische Anforderungen und Prozesse massiv. Darum haben wir unter anderem sieben Schwerpunktbereiche identifiziert, wobei die Themen IT Integration/Vernetzung und Autonomie im Vordergrund stehen. Wir wollen – so wie im Rahmen von SaSCh – gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft den Einsatz moderner Technologien in Pilotprojekten auf den Weg bringen.“

Dieses Forschungs- und Entwicklungsprojekt wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) innerhalb des Technologieprogramms „PAICE-Digitale Technologien für die Wirtschaft“ gefördert und vom Projektträger „Informationstechnologien / Elektromobilität“ im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Köln betreut.

Ein smarter Behälter für die Automobilindustrie.
Jakub Piotrowski und BLG-Mitarbeiterin Ina Welmert testen im Logistikcenter Bremen einen Prototypen des smarten Behälters mit Sensorlösung.

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