Digitalisierungsprojekt smapOne - Implementierung eines App-Baukastens im Projekt PUMA Geiselwind

Interview zwischen IT-Projektmanager Julius Gögel und Projektleiter Leon Schneider

Leon Schneider: Was ist smapOne?

Julius Gögel: smapOne ist eine Anwendung, mit der wir im Projekt PUMA Geiselwind Apps entwickeln.

Leon Schneider: Wofür benutzen Sie smapOne?

Julius Gögel: Wir benutzen die Anwendung hauptsächlich für sogenannte Mini-Use-Cases. Das sind Anwendungsfälle mit wenig Umfang, die nach derzeitiger Planung nicht durch die Kernsyteme WMS, HR etc. abgedeckt sind.

Leon Schneider: Welche Vorteile ergeben sich durch smapOne für Sie?

Julius Gögel: Wir umgehen langwierige Entwicklungen nativer Anwendungen und Changes für die Kernsysteme – Dadurch sind wir schneller und agiler gegenüber einer herkömmlichen Entwicklung. Wir können auf diesem Wege auch testen, ob es sich amortisiert, einen herkömmlichen Prozess in eine App oder Anwendung zu überführen – Sogenannte Proof of Concepts (PoCs). Hauptsächlich aber können wir sehr schnell Prozesse digitalisieren. Natürlich weiterhin in Absprache mit Datenschützern und den anderen Entwicklungen im Projekt – Auch weiterhin gilt es, Parallelstrukturen zu verhindern.

Leon Schneider: Wie funktioniert die App-Entwicklung?

Julius Gögel: In einer Online-Umgebung (Browser am PC) entwickeln wir Abläufe per Drag-and-Drop. Diese Abläufe rollen wir als App auf ausgewählte Geräte (Accounts) aus. Auf den jeweiligen Endgeräten erscheint dann die App (im smapOne-Kontext wird sie smap genannt) innerhalb der smapOne Umgebung und kann sofort verwendet werden – Auch offline.

Leon Schneider: Wie beurteilen Sie den Schwierigkeitsgrad der Bedienung?

Julius Gögel: Die Entwicklung selbst ist wirklich einfach, keine Schwierigkeit für jeden Mitarbeiter –     mit etwas Einarbeitung (2-5 Stunden). Die Bedienung der App selbst ist so einfach, wie man sie gestaltet. Hier kann man komplizierte aber auch ganz einfache Abläufe konstruieren. Man muss sich natürlich Gedanken darüber machen, was man mit den gewonnenen Daten vorhat. Vorrangig bedeutet nämlich „Digitalisieren“, dass vormals analoge Daten nun digital vorliegen. Die Schwierigkeit bei der Entwicklung ist also eher: „Jetzt habe ich die Daten. Was nun?“. Im Projekt PUMA Geiselwind heißt dies: Die Kernsysteme geben weiterhin vor, welche Wege Daten gehen.

Leon Schneider: Wie ist die Akzeptanz der Mitarbeiter in den Fachbereichen?

Julius Gögel: Da eine App-Entwicklung auch immer mit neuen Geräten einher geht – Man benötigt mobile Endgeräte – ist es wie bei der Einführung jeder anderen Technologie auch: Erst Skepsis, dann Kritik, dann Ausprobieren, dann Zustimmung. Der größte Vorteil offenbart sich ja im Betrieb: Bringen Mitarbeiter skeptische Anregungen an, setzen wir sie einfach um. Das Projekt PUMA Geiselwind wird in den kommenden Testphasen von diesem Vorteil stark profitieren.

Leon Schneider: Welche Kosten entstehen durch die Nutzung von smapOne?

Julius Gögel: Es werden Lizenzen pro Endgerät bzw. Account fällig. Die Kosten für die Hardware sind sehr unterschiedlich. Da ist von Wegwerf-Hardware bis zur Industrie-Tablet-Lösung alles möglich. Dann wäre da noch Support für die jeweilige Hardware, meist i.F.v. Lizenzen. Und natürlich sollte man auch über etwaigen Ersatz über die Laufzeit nachdenken. Mehr allerdings ist nicht zu erwarten.

Leon Schneider: Wie beurteilen Sie das Potential von smapOne im Hinblick auf einen langfristigen abteilungsübergreifenden Einsatz?

Julius Gögel: Das Potential ist aus unserer Sicht enorm. Es gibt eine große Menge Mini-Use-Cases, die sich im Berufsalltag etabliert haben, die über eine App-Entwicklung schnell vereinfacht werden können. Bei einem übergreifenden Einsatz allerdings empfehle ich, sich vorab Gedanken darüber zu machen, was mit den Daten geschehen soll. Es gibt im Haus der BLG bereits Kollegen, die die Daten abgreifen und verarbeiten können, bis hin zu einer Bereitstellung in (Ziel-)Systeme. Ein Datum in einer App macht noch keinen Prozess, darum ist dies die wichtigste Frage. - Wohin mit den Daten, welchen Zweck sollen sie haben. Aber parallel dazu kann überall bei der BLG bereits ausprobiert und getüftelt werden und ich empfehle sehr, sich die derzeitigen PoCs einmal genauer anzuschauen. Wir zeigen gern was smapOne für uns bereits leistet.

Leon Schneider: Wer ist Ansprechpartner für Fragen, Support und die Verwaltung von Lizenzen?

Julius Gögel: Derzeit die Projektleitung des Digitalisierungsprojekts, erreichbar unter admin.smapone@blg.de.