Wer rettet das Klima?

Frank Dreeke, Vorstandsvorsitzender BLG LOGISTICS auf dem Forum Lokaljournalismus

„Nachhaltigkeit ist kein vorübergehender Trend, sondern Voraussetzung für erfolgreiches Wirtschaften.“

Wir als Logistikdienstleister haben eine besondere Verantwortung. Logistik ist systemrelevant. Sie ist die Lebensader der Wirtschaft.
Wir betrachten Nachhaltigkeit schon längst nicht mehr als losgelöste Aufgabe, sondern als Grundbedingung, die fest mit unserem Bestreben verbunden ist, ein in jeder Hinsicht zukunftsfähiger Logistikdienstleister zu sein.

Wir haben früh erkannt, dass Klimaschutz ein wichtiges Thema ist. Seit 2012 veröffentlichen wir jährlich einen Nachhaltigkeitsbericht. Der aktuelle ist vor wenigen Wochen veröffentlicht worden.

BLG CEO Frank Dreeke

BLG LOGISTICS hat sich zum Ziel gemacht, bis 2030 klimaneutral zu sein.

Wir bieten unseren Kunden seit 2012 einen klimaneutralen Prozess an

Kunden fragen immer häufiger, wie konkret unsere Klimaschutzziele aussehen, welche Maßnahmen ergriffen werden können und wie es um die Messbarkeit bestellt ist. Deshalb ist es nur logisch, dass wir als Logistikdienstleister auf die Forderung nach klimaneutralen oder sogar klimapositiven Logistikimmobilien Antworten anbieten und Lösungen finden.

Wir vermeiden CO2-Emissionen wo immer möglich

Nach und nach rüsten wir sämtliche Gebäude auf LEDs um. 2,4 Mio. kWh spart die BLG bereits jetzt jedes Jahr durch die Umrüstung auf sparsame LED-Lampen in Gebäuden und Außenbereichen.

Das Autoterminal in Bremerhaven ist bereits weitgehend umgerüstet. Stellplätze und Parkregale des Terminals – das größte seiner Art in Europa – werden schon mit LED beleuchtet. Allein dort werden jährlich 1,3 Mio. Kilowattstunden eingespart. Das entspricht etwa 305 Tonnen CO2.

LED-Umrüstung auf dem AutoTerminal Bremerhaven

Wir produzieren Eigenstrom

Neben der Vermeidung des CO2-Ausstoßes ist auch die Eigenstromerzeugung ein wichtiger Faktor. Hier setzt BLG LOGISTICS auch auf die Nutzung von Solarstrom. Auf dem Dach einer Halle des Autoterminals Kelheim wurde 2019 die erste Photovoltaikanlage installiert.

Eine weitere von der zehnfachen Größe wurde 2020 am Standort Waiblingen in Betrieb genommen. 2020 hat die BLG die saubere Energie aus beiden Anlagen zu über 80 Prozent selbst verwendet. So wurde ein Strombedarf von rund 73.000 kWh gedeckt, was einer CO2-Vermeidung von 17 t entspricht. Strom aus Windkraft: In Bremen betreiben wir seit 2015 und Hamburg seit 2013 zwei Windkrafträder. 2021 haben wir damit 13,6 GWh Strom produziert. Den Strom nutzen wir komplett selbst, etwaige Überschüsse werden aber ins Netz eingespeist.

Photovoltaikanlage in Waiblingen

Mit kürzeren, kombinierten und schienengebundenen Transporten reduzieren wir CO2-Emissionen.

Pro Jahr werden bei BLG LOGISTICS 4,8 Millionen Fahrzeuge umgeschlagen, transportiert oder technisch bearbeitet.  BLG LOGISTICS gehört damit zu den führenden Automobillogistikern in Europa. Die Distribution der Fahrzeuge findet per Lkw, Bahn und Binnenschiff statt. Kombinierte Transporte über die Schiene und das Wasser einzuplanen, betrachten wir schon immer als eine ideale Alternative, da dies Straßen entlastet und CO2 spart.

Neben den Seehafenterminals in Bremen, Bremerhaven, Cuxhaven, Hamburg und in Danzig betreibt BLG LOGISTICS weitere Terminals an Rhein und Donau.

Schienentransporte zahlen auf die positive Entwicklung der CO2-Bilanz aller Teilnehmenden einer Logistikkette ein. Daher eignet sich die Schiene besonders für nachhaltige Transportkonzepte.

Pro Zug können mehr als 200 Pkw transportiert werden. Das ergibt eine enorme Ersparnis an Lkw auf der Straßenseite. Gerade bei Langstrecken, die über eine Entfernung von 300 Kilometern hinausgehen, schafft der Schienentransport damit eine beachtliche CO2-Ersparnis, die allen an der Logistikkette beteiligten Parteien zugutekommt.  Eine weitere wichtige Stellschraube für nachhaltigen Transport ist darüber hinaus die Nutzung von grünem Strom.

AutoTerminal Bremerhaven

Jeder Kilometer Gleis trägt aktiv zum Klimaschutz bei

AutoRail hatte 2021 ca. 2.700 Züge und transportierte knapp 600.000 Fahrzeuge über eine durchschnittliche Streckenlänge in Europa von 1.150 km.
Durch den Einsatz von Autozügen verursachen wir pro transportiertem Fahrzeug und Kilometer rund 80 % weniger Emissionen im Vergleich zum Transport auf dem Autotransporter. Dieser hohe Wert ergibt sich insbesondere dadurch, dass wir in Deutschland und Österreich mit Ökostrom unterwegs sind.

Zentrales Thema auf unserer Agenda sind in diesem Zusammenhang Konzepte für nachhaltige Logistikimmobilien, die für unsere Kunden, die dort arbeitenden Menschen und das Klima einen Unterschied machen. Mit dem C3 Bremen entsteht aktuell ein solches Leuchtturmprojekt, das Maßstäbe in Sachen intelligenter Intralogistik und Digitalisierung, aber ebenso mit Blick auf Ökologie und Arbeitsplatzkomfort setzen wird. Es ist nicht weniger als eine Blaupause dafür, wie wir Logistik künftig leben wollen.
Unsere Nachhaltigkeitsstrategie und unser Bekenntnis zur Klimaneutralität bis 2030 verfolgen wir unabhängig von der momentanen Lage und sind hier weiter auf gutem Weg.

AutoRail in Falkenberg

Unsere Bemühungen tragen Früchte

Im Jahr 2021 ist es uns gelungen unsere absoluten Treibhausgasemissionen um 13,1 % zu senken. Unser Ziel ist es in 2030 30% weniger Emissionen zu verursachen als im Jahr 2018.

Damit ist die BLG der erste deutsche Logistikdienstleister mit einer wissenschaftlich anerkannten Klimaschutzzielsetzung. Und zwar nicht von irgendwem, sondern von der international renommierten Science Based Targets initiative. Dies ist ein Zusammenschluss von Umweltorganisationen wie dem Global Compact der Vereinten Nationen und dem WWF.

Im Jahr 2022 erneute Auszeichnung als „Klimabewusstes Unternehmen Deutschlands“ durch Capital und Statista. Von den jährlich über 2.000 untersuchten Unternehmen haben wir aktuell für 2022 auf Platz 33 abgeschlossen und uns damit noch einmal um 16 Plätze im Vergleich zu 2021 verbessert. Unter den Unternehmen aus der Logistikbranche haben wir dabei die beste Bewertung erzielt.

Auch im Hinblick auf Investoren ist nachhaltiges Wirtschaften unumgänglich. Große Fonds investieren nur noch in Immobilienprojekte mit einer belastbaren Nachhaltigkeitsstrategie. Das hängt auch mit politischen Maßnahmen wie der EU-Taxonomie zusammen, die die Akteure im Markt in diese Richtung bewegen. Maßgebend sind hier die ESG-Kriterien. Eine klare und glaubhafte ESG-Strategie ist inzwischen außerordentlich wichtig. ESG ist der Standard für nachhaltige Geldanlagen und umfasst Umwelt, Soziales und verantwortungsvolle Unternehmensführung.

Auch Kommunen legen zunehmend großen Wert auf effiziente, ökologische und sozialverträgliche Immobilien. Logistikflächen in Deutschland sind mittlerweile stark begrenzt. Während in den 2000er-Jahren die Flächenverfügbarkeit in Deutschland noch ein Standortvorteil war und Käufer oder Mieter aus einem großen Angebot wählen konnten, werden geeignete Flächen für Logistikimmobilien zunehmend rarer. Gleichzeitig ist die Nachfrage aber so groß, dass mittlerweile die Grundstücksbesitzer aus einer Vielzahl von Interessenten dem Höchstbietenden den Zuschlag erteilen können. In Bremen entsteht ein Leuchtturm für nachhaltige Logistikimmobilien.

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